Buchhandlung A. Müller GmbH in Degerloch
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03.07.2017

Susann Pásztor

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster


Fred Wiener, ein unscheinbarer, geschiedener Mann, fühlt sich als Versager. Erst die Scheidung, jetzt vereinsamt er zunehmend und seine Kollegen auf der Arbeit belächeln ihn oft spöttisch. Um seinen 13jährigen Sohn Phil kümmert er sich so gut, wie es ihm als alleinerziehendem Vater möglich ist.
Um seinem Leben wenigstens noch etwas Sinn zu geben, hat er sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen. Doch Karla, die unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihm als erste Klientin zugeteilt wird, verhält sich so ganz anders als er sich die klassische Sterbende aus dem Lehrbuch vorgestellt hat. Sie ist distanziert und einsilbig, hat ihren sehr eigenen Willen und ist sich nicht sicher, ob sie überhaupt Begleitung beim Sterben haben möchte. Fred geht ihr in seinem Eifer alles richtig machen zu wollen ziemlich auf die Nerven. Erst als Fred lernt, sich auf Karla als Mensch einzulassen, und sie nicht mehr nur als Fall zu sehen, beginnen die beiden sich anzunähern. Ausgerechnet von seinem Sohn Phil erhält Fred Unterstützung. Dieser hat von Karla die Aufgabe erhalten, ihre umfangreiche Fotosammlung zu archivieren und zu digitalisieren. Durch Phils unverkrampfte Art, Karla zu begegnen, findet auch Fred langsam einen Draht zu ihr.
Es entsteht etwas ganz Erstaunliches, eine sehr besondere Beziehung zwischen diesen so verschiedenen Menschen. Manches, was in ihrer Lebensgestaltung schon festgefahren schien, gerät nochmal oder ganz neu in Bewegung. Und am Ende ist es Fred, der das Fenster öffnet, als Karla stirbt.
Susann Pásztor, die selbst als Sterbebegleiterin tätig ist, hat mit feinem Humor ein bewegendes und kluges Buch über das Sterben einer starken Frau, Hilfsbereitschaft und menschliche Größe geschrieben. Eine ganz besondere Annäherung an ein Thema, über das wir nicht gerne reden und mit dem wir uns eigentlich alle nicht gerne auseinandersetzen möchten. Gerade deshalb ist das Buch so empfehlenswert.

Kiepenheuer & Witsch, 20,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-462-04870-4

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18.04.2017

Karine Lambert

Und jetzt lass uns tanzen


Marguerite hat ihr Leben lang alles gemacht, was ihr Mann Henri von ihr wollte. Jetzt ist er tot und sie ist beinahe erleichtert. Keiner schreibt ihr mehr vor, wie sie sich zu verhalten hat oder was sie anziehen soll. Gleichzeitig fürchtet sie sich vor der Verantwortung, die sie plötzlich selber übernehmen muss.
Marcel liebte seine Frau Nora sehr. Er vermisst sie, ihre innige Beziehung zueinander und die Leichtigkeit, die sie in sein Leben brachte.
Bei einer Kur in den Bergen Frankreichs lernen Marguerite und Marcel sich kennen.
Er, der frei sein will und sie, die Regeln braucht stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen können.
Spontan verreisen sie im Anschluss an die Kur zusammen und entdecken ein ganz neues Lebensgefühl.
Wieder  zuhause und im Alltag angekommen müssen sie sich den Fragen stellen. Darf man sich im Alter noch verlieben? Und wie reagieren die Kinder?

Eine sehr anrührende Geschichte über große Verluste, tiefe Gefühle und den Mut für einen Neuanfang.

(Simone Bühler)

 

Diana Verlag, 17,99 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-453-29191-1

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06.02.2017

Alexandra Fröhlich

Gestorben wird immer

Agnes Weisgut führte jahrzehntelang den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg, getreu nach dem Motto "Gestorben wird immer".
Nun plant sie mit ihren 91 Jahren in ihre Heimat Ostpreußen zurück zu ziehen, sie spürt, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt.
Zuvor sammelt sie ihre ganze Familie um sich, was gar nicht so einfach ist, da einige Familienmitglieder tief zerstritten sind. Agnes möchte die Geheimnisse der Vergangenheit erzählen, die sie all die Jahre über für sich behalten hat.

In drei verschiedenen Erzählsträngen und über drei Generationen hinweg taucht der Leser ein in eine wunderbare Familiengeschichte und lebt, liebt und leidet mit diesen unterschiedlichen, sehr interessanten Persönlichkeiten der Familie Weisgut.
Ein lesenswerter Schmöker mit zeitgeschichtlichem Hintergrund für die kalte Jahreszeit.


(Simone Bühler)

Penguin Verlag, 13,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-328-10001-0

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07.11.2016

Cecilie Enger

Die Geschenke meiner Mutter

Die Mutter der Autorin musste ins Pflegeheim umziehen. Die Krankheit Alzheimer machte es unmöglich, sie weiter alleine in ihrem Haus leben zu lassen. Beim Ausräumen des Elternhauses findet Cecilie einen Packen Papier. Die Mutter hat über Jahre hinweg sorgfältig die verschenkten und erhaltenen Weihnachtsgeschenke der ganzen Familie auf Listen notiert. Anhand dieser Listen tauchen Cecilie und der Leser ein in Erinnerungen an Menschen, Familiendramen, glückliche Momente und Schicksale der beeindruckenden Familie Enger.


Mit ihrer Mutter kann sie bei ihren Besuchen im Heim nicht mehr über die Vergangenheit reden. So führt die Tochter ihre intensive Spurensuche in dieser interessanten und wunderschönen Familiengeschichte alleine durch und erforscht nebenbei den Sinn und Unsinn des Schenkens. Die Beschäftigung mit den Geschenkelisten wird mehr und mehr auch zu einer Auseinandersetzung und Versöhnung mit schwierigen Momenten ihrer Vergangenheit.


Cecilie Engers autobiografisch gefärbter Roman berührt den Leser - mit der Ehrlichkeit, mit der sie die Endlichkeit des Lebens aufzeigt, aber auch der Liebe und Kraft, die von einer Familie ausgehen kann.

 

Penguin Verlag, 10,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-328-10019-5

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22.08.2016

Kit de Waal

Mein Name ist Leon

 

Der achtjährige Leon kümmert sich liebevoll um seinen kleinen Bruder Jake, der gerade einmal neun Monate alt ist. Seit die Mutter der beiden, Carol, immer mehr unter ihren Depressionen und dem Drogenkonsum leidet und inzwischen gar nicht mehr aus dem Bett aufsteht, versorgt Leon sich und seinen Bruder fast alleine. Das geht natürlich nicht lange gut, die aufmerksame Nachbarin bemerkt den Notstand und so kommen die beiden Brüder zur fürsorglichen Pflegemutter Maureen. Der blonde Jake wird bald adoptiert, für den dunkelhäutigen Leon interessiert sich hingegen niemand. Als auch noch Maureen wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus muss, fühlt sich Leon von allen verlassen. So schmiedet er einen Plan: er möchte seine Familie wieder zurück. Es beginnt ein kleines Abenteuer vor dem Hintergrund der Rassenunruhen in London im Sommer 1981.


Die Geschichte des mutigen Pflegekindes Leon, der nicht versteht, warum er von so vielen Menschen abgelehnt wird und der doch weiter fest daran glaubt, seine Familie wieder zusammenführen zu können, ist ganz aus seiner kindlichen Sicht erzählt und wirkt dadurch echt, bitter und anrührend zugleich. Bewundernswert der Mut von Leon, einem kleinen Jungen, der nie aufgibt.

 

Rowohlt Verlag, 9,99 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-499-27117-5

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