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Helga Hilzenbecher

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07.08.2017

Takis Würger

Der Club

Hans Stichler, Hauptfigur dieses Romans, stammt aus bescheidenen Verhältnissen. Er ist ein eigenbrötlerisches und sehr intelligentes Einzelkind. Seine Eltern versterben beide noch in seiner Jugend, und er muss den Rest seiner Schulzeit im Internat verbringen. Als einzige Verwandte bleibt ihm eine Halbschwester seiner Mutter, die ihn nach dem Abitur nach Cambridge einlädt. Sie verschafft ihm ein Stipendium und erwartet dafür einiges an Gegenleistung. Hans soll ein Verbrechen aufklären, hinter der Fassade eines elitären Clubs. Er schafft es, Mitglied zu werden und beginnt erfolgreich zu boxen (Hauptsportart dieses Clubs). Er verliebt sich, und ganz nebenbei wird er erwachsen.

Spannung, Liebe und persönliche Entwicklung sind die Zutaten, die diesen Roman zu einem gelungenen Debüt werden lassen.

(Helga Hilzenbecher)

 

 

Kein & Aber, 22,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-0369-5753-1

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22.05.2017

Mark Henschaw

Der Schneekimono

Auguste Jovert, ein pensionierter Kommissar, lebt ein ruhiges Leben in seiner Wohnung in Paris, bis eines Tages zwei Ereignisse seine überschaubaren Tage verändern.

Zum einen erfährt er per Brief von einer Tochter in Algier (er war in den fünfziger Jahren für den französischen Geheimdienst in Algerien tätig). Zum anderen steht eines Abends ein Fremder vor seiner Wohnungstür. Dieser Fremde, ein bekannter japanischer Anwalt, beginnt ihm die Lebensgeschichte eines befreundeten Schriftstellers zu schildern. Da dieser Fremde eine Wohnung in seinem Haus bezogen hat, treffen sie sich von nun an regelmäßig, um sich gegenseitig ihr Leben zu erzählen.

Geprägt von absoluter Aufmerksamkeit beim Zuhören erfährt man vom Schriftsteller, der seine Frauen ins Unglück gestürzt und einen Mord begangen hat, und vom Kommissar, dessen Ehefrau und Kind ertrunken sind. Verstehen wird der eine das Leben des anderen und somit auch das eigene. Die Geschichte ist nach einem halben Jahr zu Ende. Der zum Freund gewordene Japaner stirbt, und Jovert beginnt sein Leben neu zu ordnen.

Wie Perlen sind hier Erinnerungen, Lügen, Lieben und Verluste aneinandergereiht. In einer wunderbar klaren Sprache erzählt dieser Roman auch von westlichem Denken und östlicher Weisheit.

(Helga Hilzenbecher)

 

 

Insel Verlag, 22,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-458-17682-4

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06.03.2017

Rose Tremain

Und damit fing es an

Und damit fing es an ….. ja genau, das sonntägliche Schlittschuhlaufen. Gustav und Anton, die beiden Hauptfiguren dieses Romans, lernen sich Ende der vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts kennen und sind zu diesem Zeitpunkt beide etwa sechs Jahre alt.

Gustav Perle, geboren in Matzlingen, einem kleinen Schweizer Städtchen, wächst in kargen und bescheidenen Verhältnissen auf. Der Vater ist schon verstorben und die Mutter, mit ihren Lebensverhältnissen absolut unzufrieden, ist Gustav gegenüber voller Härte und Lieblosigkeit, und er muss sich mit vielen Entbehrungen bescheiden.

Anton Zwiebel hat völlig andere Voraussetzungen. Als Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie, die von Bern nach Matzlingen gezogen ist, hat er ein Zuhause voller Wärme und Liebe, und seine musischen Neigungen werden natürlich gefördert. Mit der Freundschaft zu Anton wird aber auch Gustavs Leben schön. Und dies ist der Beginn einer Freundschaft und Liebe zueinander, die ein ganzes Leben dauern soll. Gustav bleibt lebenslang seiner Heimatstadt verbunden, führt ein Hotel und ein geordnetes und überschaubares Leben. Anton ist sehr viel zielloser, hoch begabt gelingt ihm doch nicht der Durchbruch als Pianist. Er zieht umher, hat Affären und findet doch immer nur Ruhe bei Gustav, seinem Lebensmenschen.

Es ist ihnen im Alter vergönnt genauso zu leben, wie es eigentlich schon immer richtig gewesen wäre, und das ist richtig schön zu lesen.

(Helga Hilzenbecher)

Insel Verlag, 22,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-458-17684-8

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19.12.2016

Martin Mosebach

Mogador

Patrick Elff, Hauptfigur dieses Romans, hat als junger Banker schon eine beachtliche Karriere hingelegt. Im Gegensatz zu seiner Frau Pilar, die aus reichen Verhältnissen stammt, hat er sich alles hart erarbeiten müssen. Nach außen das perfekte Paar, lassen sich die gesellschaftlichen Unterschiede in ihrer Beziehung nicht bei Seite schieben. Das ist die private Seite, und beruflich lässt er sich in unsaubere Bankgeschäfte verwickeln. Nach einer Befragung im Polzeipräsidium lässt er spontan sein altes Leben hinter sich, springt aus dem Fenster und flieht nach Marokko. Dort kennt er einen mächtigen Geschäftsmann, von dem er sich Hilfe erwartet.

Er landet in Essaouira, dem alten Mogador an der marokkanischen Atlantikküste. Ein Hotel erscheint ihm wegen Entdeckung zu gefährlich. So landet er bei Khadija, einer Geldverleiherin und Kupplerin, und taucht ein in eine geheimnisvolle Welt voller Huren, Bettler, Düfte und magischer Momente. Er findet auf einer mehrere Wochen dauernden Seelenreise zu sich selbst und stellt fest, Hilfe ist auch hier nicht zu erwarten. Im Gegenteil, die Situation wird gefährlich, und er kehrt in seine doch auch sichere Welt zurück, bereit die Konsequenzen zu tragen.

Der Erzähler vertieft sich sehr genau in seine handelnden Personen. Klare Realitätsbeschreibung, Spannung und Phantasie machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen.

(Helga Hilzenbecher)

Rowohlt Verlag, 22,95 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-498-04290-5

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19.09.2016

Matthias Brandt

Raumpatrouille

 

Matthias Brandt, bekannter deutscher Schauspieler, taucht in diesem kleinen Buch voller Geschichten, gleichsam wie mit dem Raumschiff Orion ein in einen Kosmos voller Kindheitserinnerungen in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts. Handlungsort ist Bonn, und das Leben spielt sich ab in der Dienstvilla des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt.

Es sind skurrile Geschichten dabei wie das Kakaotrinken mit Heinrich Lübke oder ein Fahrradausflug seines Vaters mit Herbert Wehner, welcher in einem Fiasko bzw. in einem Möhrenbeet endet. Ansonsten ganz normale Jungsgeschichten: Schule, Fußball, Günther Netzer und Bonanza-Fahrräder. Sein Blick auf die Eltern, die Mutter liebevoll und der Vater meist abwesend, überhaupt ist oft keiner da. Matthias Brandt stellt nie bloß, wirkt nie zu intim und ist seinen Eltern wohl auch dankbar für die einigermaßen normale Kindheit, die sie ihm bieten konnten. „Nirgendwo sonst. Hier möchte ich sein. Bei ihnen. Für mich.“

In einer zurücknehmenden Art und mit stillem Humor betrachtet Matthias Brandt sich selbst und auch die anderen, das macht die Geschichten zu einem Lesevergnügen.

(Helga Hilzenbecher)

 

 

Kiepenheuer & Witsch, 18,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-462-04567-3

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18.07.2016

Steinunn Sigurdardóttir

Jojo

Martin Montag, Anfang dreißig, Radiologe in Berlin, ist ein engagierter Kämpfer für seine Patienten. Doch dann bekommt er es fast zeitgleich mit zwei Kranken zu tun, die Ungewöhnliches in ihm auslösen. Dem einen, schon etwas älteren Patienten, begegnet er mit absolutem Widerwillen und dem anderen, wie er Anfang dreißig, mit unbedingter Hingabe.

Martin Martinetti, der Clochard aus Frankreich, dem das Leben so egal ist, und Martin Montag, der absolut Kontrollierte, beginnen Freunde zu werden. Diese beiden doch sehr unterschiedlichen Männer tragen tiefe Schatten der Vergangenheit mit sich herum und sind sich darin sehr ähnlich. Und in Schritten auf und ab, wie bei einem Jojo, nähert sich die Geschichte beim Betrachten des Seelenlebens den traumatischen Ereignissen der Kindheit.

Glücklicherweise gibt es für beide Männer je eine kluge und starke Frau. Dies lässt hoffen, dass die Geschichte ein gutes Ende nimmt.

 

Rowohlt Verlag, 9,99 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-499-26979-0

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02.05.2016

Benedict Wells

Vom Ende der Einsamkeit

Jules, Liz und Marty verleben eine unbeschwerte Kindheit, bis ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Anker in der schweren Zeit nach dem Tod der Eltern ist eine Tante, bei der sie Ferien und Weihnachtsfeste verbringen können. Ansonsten bestimmt Internatsleben ihre Jugend und Pubertätsjahre. Die Entfernung der Geschwister wird immer größer, und doch leidet jeder für sich an Einsamkeit und Entfremdung.
Liz, die Älteste, testet Herausforderungen jeglicher Art. Marty entwickelt sich zum Computerfreak. Jules, der Jüngste und Einsamste, ist Erzähler dieser Geschichte und sensibler, genauer Beobachter seiner selbst und der anderen.


Dieser Roman spannt einen Bogen von 30 Jahren, er erzählt vom Erwachsenwerden, Erwachsensein und gibt Rückblicke in die frühe Kindheit. Als Erwachsene bleibt Liz lange auf der Suche nach dem richtigen Leben, Marty wird sehr erfolgreich, und Jules folgt seiner Berufung, Schriftsteller zu werden und heiratet Alva, seine große Liebe.


Im späteren Leben können die Geschwister wieder anders miteinander umgehen und bei allem, was das Leben bereithält für jeden von ihnen, lässt einen dieses Aneinanderhalten und die Familienzusammengehörigkeit im Abschluss doch getröstet zurück.

 

 

Diogenes Verlag, 22,00 Euro
(inkl. MwSt., versandkostenfrei, Lieferzeit: ca. 2 Tage)
ISBN 978-3-257-06958-7

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